Ländliche Reize

Ein Traktor mit Anhänger brettert mit voller Kraft auf das Gelände der BayWa, am Steuer hoch oben eine hübsche Pferdeschwanzträgerin mit Tätowierung auf dem trotz Oktoberluft nackten Schulterblatt. Die Feel* bringt das Fahrzeug vor dem Laden der landwirtschaftlichen Genossenschaft mühelos zum Stehen und steigt mit der leichtfüßigen Eleganz eines jungen Revolverhelden ab. Welch Schwung, welche Entschlossenheit!

Augenblicklich überfällt mich das Bedürfnis, bei meinem nächsten Heimataufenthalt wieder bei der BayWa nach irgendeinem Werkzeug zu fragen. Nach Äxten und karierten Hemden vielleicht. Davon kann ein Mann ja im Grunde nie zu viele haben.

* Feel, Föhl: Allgäurisch für „Mädchen“, vermutlich ein lateinisches Überbleibsel (filia = „Tochter“). Fast 500 Jahre römischer Herrschaft in Rätien haben eben doch ihre Spuren hinterlassen …

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4 Gedanken zu „Ländliche Reize

  1. Uiuiui..! 🙂 Freud oder sonst wer lässt grüßen: Resi, i fahr mal mit dem Traktor weg…
    Bei Äxten in Schränken von Stadtmenschen würde ich jetzt jedoch eher was in Richtung Serienmörder denn Allgäuer Bauer assoziieren…so verstädtert wird man mit der Zeit 🙂

  2. Allerdings, ganz schön verstädtert! Aber ich gebe es zu: Aller Holzfällereuphorien bei Baumarktbesuchen zum Trotz hat noch keine Axt den Weg in meine Wohnung im Stuttgarter Kessel gefunden. Das schöne Werkzeug funktioniert eben doch nur im ‚ländlichen‘ Kontext.

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