Ein lettisches Käsebrötchen fährt durch die Nacht

Mit weichem Ghee eingerieben und mit Kreuzkümmel, Kardamom und Kurkuma bestreut, wäre durchaus eine erotische Alternative zu irgendwelchen Schokoladenspielchen.

*

Ein lettisches Käsebrötchen fährt dreimal durch die Nacht. So unterschiedlich können Übersetzungen sein, erklärt das Radio. Habe ich wirklich einen Unterschied zwischen erster und dritter Übertragung gehört? Auf dem Papier ein Knall, die Peitsche des Puppenspielers ein schwarzer Blitz. Und der Wagen, el carro del titiritero, rumpelt durch den Regen. Meine Reise heute: nur noch Träume. Woanders Trauer um Hund, Katze, Kindheitsheld. Das Haus ist still.

*

Weichenstörung ist ein Wort, das die Gesichter beschattet. Das Phlegma wird zur Unruhe eines orientierungslosen Schwarms. Steige ich hier aus oder nicht? Was machen die anderen? Jemand löst sich, seine Tat reißt weitere mit, andere zögern länger, wieder stürzt jemand hinaus, eine Person aber herein, alle auf der Suche nach dem Glück der schnellsten Weiterfahrt. Ein Handy schlägt an, es klingt wie an der Rezeption des Krankenhauses in „Bloodlines“, regnerische Nacht über Santa Monica und du das Vampirküken auf deiner ersten oder zweiten Mission, gestern noch Mensch, heute ein Raubtier in einer plötzlich ganz anders gewordenen Welt.

Trackback mit Farbverirrung – Zeilentiger on Air

Danach saß ich erst einmal mit heißem Kopf da.

Samstagabends geht es beim Berliner Radiosender Fritz um Netzthemen. Teresa Sickert und Jonte Weiland moderieren in Trackback Neuigkeiten zu Podcasts, Blogs, Games, Apps, Netzsicherheit und ähnlichen Themen. Gegen Ende der Sendung werden jede Woche eine Bloggerin oder ein YouTuber vorgestellt, die für die Folgesendung zwei weitere Menschen aus der Blogosphäre vorschlagen. So wandert der Kelch weiter …

Zum ersten Mal war mir Trackback begegnet, als Lakritze (erkältet) im Telefoninterview zu Gast war. „Cool“, hatte ich mir damals gedacht. „Wie man dazu wohl kommt?“ Die liebe Danares (erkältet) hat es vorgemacht. Ihr verdanke ich meine Radiopremiere am letzten Samstag. Herzlichen Dank!

Aufregung natürlich groß. Ein bisschen tröstlich war, dass ich witzigerweise erst am Vortag zu meinem Blog interviewt worden war (nein, das ist mir nicht täglich Brot, und ja, natürlich wird es hier auch dazu noch beizeiten einen Hinweis geben). Aber live und im Radio, das ist nochmals etwas anderes, als mit einer reizenden Journalistin in meinem Lieblingscafé zu sitzen und keine größere Sorge zu haben als die, dass das Foto möglicherweise nichts wurde.

Also noch einmal: Aufregung natürlich groß. Irgendwie hielten Stimme (nicht erkältet und trotzdem ein bisschen heiser) und Wortfluss die fünf Minuten mit Teresa (danke sehr!) durch. Am Ende gab es dann noch die Frage zu dem Kleid. Ich kannte nur das Foto, hatte keine Ahnung von der Debatte selbst und sagte einfach, welche Farben ich zu sehen geglaubt hatte. Meine Farbkombination stand in dem Netzgewitter allerdings nie zur Option. Heute hat mich meine Kollegin in der Mittagspause aufgeklärt. Dank sei ihr, sonst wüsste ich es bis heute nicht.

Am Tag danach traute ich mich kaum, das Interview im Podcast nachzuhören. Irgendwie war ich davon überzeugt, dass es von vorn bis hinten grässlich geworden sei.

Pustekuchen. Fünf Minuten später gefiel es mir ganz gut.

Nachzuhören ist die Sendung und das Interview (ab 49.50 min) im Podcast hier:
TRB 418: Womenize!, StartUpFail, Go_Geek, #thedress, Zeilentiger

Meine Empfehlungen in der Sendung waren:

Blog des Stadtmuseums Stuttgart

Voces Intimae