Die Meditation der Echsen – Pfälzer Intermezzo

Rot – rot die Erde, der Stein, die Mauerquadern, rot noch die schuppigen Kiefernstämme, das Grün des Blätterdachs, wo die Föhren dichter stehen. Dazu Efeu an den Maronenstämmen, deren Ahnen von den Römern über die Alpen gebracht wurden, um hier Wein zu kultivieren, und schwarzölig die Mistkäfer auf Schritt und Tritt. Alles ist Wärme an diesem Land, ist warm und üppig. Es ist ein Sommerland, das sich freigebig verschenkt. Hier wird man nicht auf sich selbst zurückgeworfen, hier verströmt sich der Mensch wie die Landschaft um ihn herum.

Hinter dem Biogut am Ende eines kilometerlangen Tals wird der Waldweg zum Pfad und schließlich zu einem Hang aus Laub und Krumen. Eine aufgelassene Forststraße quert die Pirsch. Gras umrankt die Knöchel, zwischen den Sträuchern liegt die nachmittägliche Junihitze, das Licht so weich. Nach einer weiten Wende erstirbt der Weg an einem Abhang, nur ein Fährte geht steil empor, hinauf zum roten Fels, der in diesen Wäldern immer wieder das Laub durchbricht und sich zur archaischen Wacht in das Blau hinein türmt. Der Geruch des Kiefernharzes trägt Frucht und Feuer, der Felsen ist warm, gierig aufgesogen die frühe Sommersonne. Eidechsen harren auf dem Gestein, ihre Hälser pumpen in der Hitze, die ihr Blut rege macht und ihr Leben lebenswert. Drei Eichhörnchen toben fauchend durch die Wipfel, über dem Tal lässt ein Bussard seinen Schrei. Ich setze mich auf den Fels und möchte für immer bleiben.

Später dann eine Wildschweinbratwurst.

„Welches Gefühl hat Dein Fernweh?“, fragt Christina von der Reisemeisterei. Auf ihrem Blog, auf dem sie auf entspannte Weise zeigt, wie Reisen auch mit kleinen Kindern möglich sein kann, geht sie auch immer wieder mit allen Sinnen dem Fernweh und dem Reiseglück nach. Welche Gerüche wecken Reiselust? Wie hört sich Fernweh an? „Die Meditation der Echsen“ ist (m)eine Antwort auf Christinas Frage zu einer Blogparade.

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