Schau mir in die Augen

Elefant_Stofftier_Wunderschöne Dinge

Kann man diesen Augen widerstehen? Kaum. Wer den kleinen Elefanten erwerben möchte, kann das zum Beispiel im Geschäft „Wunderschöne Dinge“ an der Ecke Römerstraße/Liststraße im Lehenviertel (Stuttgart-Süd) tun. Und mich eine Ecke weiter auf einen Kaffee rausklingeln.

(Das war #swch 5/5. Keine Nominierung.)

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Stadtkrieger

Er stieg eine Haltestelle nach mir ein. Seine Handrücken waren bis zu den Knöcheln tätowiert, sein Hals einschließlich des Bogens der Ohrmuscheln, dazwischen Leder und Tarnfarben. Bluterguss, Vollbart, Lippenpiercings prägten das asketische Gesicht, der Schädel war fast kahl bis auf einen verfilzten Streifen in der Mitte. In dem Dickicht der Stammestätowierungen erspähte ich zwei arabische Wörter. ملك, König, glaubte ich zu erkennen, aber ich konnte mich geirrt haben. Die Worte, durch den Jackenkragen verdeckt, waren nur sichtbar, wenn er den Kopf in eine bestimmte Richtung legte und schließlich war es unhöflich, jemanden lange anzustarren. Die Hände des Mannes gingen nach oben, als Fäuste schlossen sie sich um die Rucksackträger. Sein Blick war wachsam.

An der nächsten Station trat eine Mutter mit zwei Kindern ein, es wurde eng. Die Mutter hielt den Kinderwagen, die ältere Tochter Eiswaffel und Luftballon. Beim Anfahren der Bahn verlor das Mädchen sein Gleichgewicht. Die Hände des Mannes, eben noch an den Trägern seines Rucksacks, waren plötzlich an den Schultern des Kindes. Er hielt es fest: stark, nicht grob. Ich konnte nicht erkennen, ob die Mutter ihm dafür einen auch nur kurzen Dank schenkte. Vielleicht hätte er sich über eine menschliche Regung gefreut, vielleicht ging er den Weg des Tao und es war ihm einerlei. Als das Mädchen sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte, wanderten die Hände des Mannes wieder an den Rucksack. Er war wieder ganz für sich.