Dunkle Schokolade, kräftiges Karamell

Katja kauft also Bonbons. Nichts leichter als das, ab in den Supermarkt und … Aber halt, so einfach ist es nicht. Sie kauft sie schließlich nicht für sich, ja, sie kauft sie sogar für jemanden, der ihr praktisch fremd ist. Den sie nur aus ein paar Texten und Kommentaren kennt. Und da wird es kompliziert. Und spannend.

Wie ist wohl dieser Mensch hinter jenen Zeilen? Welche Assoziationen wecken die verschiedenen Bonbons über diesen Menschen – aber auch über das eigene Leben, die eigene Vergangenheit? Und schon sind wir in einer bunten Geschichte aus Erinnerungen und Möglichkeiten. In der sogar, wie magisch gerufen, zum genau rechten Zeitpunkt „ein Mädchen von vielleicht 8 Jahren daherkommt, mit geflochtenen Zöpfen, einer links, einer rechts“ und eine Entscheidung herbeiführt.

Liebe Katja, ganz, ganz herzlichen Dank für das liebenswerte Geschenk und die wunderbare Geschichte. Mit deinem Gespür für Ingwer lagst du übrigens goldrichtig. Und jetzt genieße ich die „Riesen“ – dunkle Schokolade, kräftiges Karamell.

„Über die Schwierigkeiten, für einen fast wildfremden Menschen Bonbons zu kaufen“ – ein wunderschöner Blogartikel von einer, die auszog, um das Fürchten zu verlernen.

Bonbons_GeschenkP.S. Danke auch für die Karte! Sie weckt Erinnerungen an deine schönen Bilder vom Fluss – deinem kleinen Meer -, die ich immer gerne anschaue auf deinem Blog

Werbeanzeigen

Die hohe Kunst, Gastgeschenke zu machen

Die letzten Gäste tragen einen schwarzen Röhrenfernseher in den Flur. „Hier, bitte sehr, der stand auf der Straße, wir dachten, wir bringen ihn dir als Gastgeschenk mit, du hast ja keinen.“ Wir schauen auf den Fernseher herab wie auf ein erlegtes Tier, sein totes Auge glotzt zurück. „Wein kann ja schließlich jeder“, triumphieren die stolzen Jäger und setzen sich zu den anderen. Der Fernseher bleibt als Stolperfalle mitten im Flur stehen.

IMAG0656

„Einmal“, würdigt eine Besucherin gegenüber den Neuankömmlingen, „hatten wir vergessen, rechtzeitig ein Hochzeitsgeschenk zu besorgen. Also haben wir beschlossen, an jeder Tankstelle zwischen Freiburg und Tübingen anzuhalten und etwas mitzunehmen. Immer den größten Mist, den es in der jeweiligen Tankstelle gab. Ich glaube, wir sind auf zwölf Stopps gekommen, ein Haufen von Blödsinn. Das Hochzeitspaar war begeistert.“

Alle nicken: Ja, die hohe Kunst, Gastgeschenke zu machen. Der Fernseher wird am Ende trotzdem wieder mitgenommen – gemeinsam mit der letzten Flasche Wein, um die Party andernorts weiterzufeiern – und zurück zu seinem großen Bruder auf die Straße gestellt. Auch sie sind in der Nacht noch weitergewandert. Am nächsten Tag stehen an der Stelle zwei Plattenspieler.