Dunkle Schokolade, kräftiges Karamell

Katja kauft also Bonbons. Nichts leichter als das, ab in den Supermarkt und … Aber halt, so einfach ist es nicht. Sie kauft sie schließlich nicht für sich, ja, sie kauft sie sogar für jemanden, der ihr praktisch fremd ist. Den sie nur aus ein paar Texten und Kommentaren kennt. Und da wird es kompliziert. Und spannend.

Wie ist wohl dieser Mensch hinter jenen Zeilen? Welche Assoziationen wecken die verschiedenen Bonbons über diesen Menschen – aber auch über das eigene Leben, die eigene Vergangenheit? Und schon sind wir in einer bunten Geschichte aus Erinnerungen und Möglichkeiten. In der sogar, wie magisch gerufen, zum genau rechten Zeitpunkt „ein Mädchen von vielleicht 8 Jahren daherkommt, mit geflochtenen Zöpfen, einer links, einer rechts“ und eine Entscheidung herbeiführt.

Liebe Katja, ganz, ganz herzlichen Dank für das liebenswerte Geschenk und die wunderbare Geschichte. Mit deinem Gespür für Ingwer lagst du übrigens goldrichtig. Und jetzt genieße ich die „Riesen“ – dunkle Schokolade, kräftiges Karamell.

„Über die Schwierigkeiten, für einen fast wildfremden Menschen Bonbons zu kaufen“ – ein wunderschöner Blogartikel von einer, die auszog, um das Fürchten zu verlernen.

Bonbons_GeschenkP.S. Danke auch für die Karte! Sie weckt Erinnerungen an deine schönen Bilder vom Fluss – deinem kleinen Meer -, die ich immer gerne anschaue auf deinem Blog

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M

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S H I R T E steht da in metallenen Lettern auf dem Flohmarktboden. Wir bleiben stehen und bilden Worte aus den Buchstaben. Irgendwann gesellt sich der Verkäufer zu uns, freut sich über jede unserer Lösungen und erzählt, wie er einmal in Frankreich – „damals, als sie noch diese Währung hatten, die so wenig wert war“ – ein großes M auf einem Flohmarkt erworben hatte und sie die anderthalb Meter Metall auf das Dach des Polos gebunden hatten. Das M, erklärt Markus, stehe noch immer in seinem Garten, eingewuchert und längst nicht mehr in Gefahr, so nebenher mal geklaut zu werden.

Als uns keine neuen Kombinationen mehr einfallen, grinst Markus. „Das macht 8 Euro fürs Scrabbeln. Der Bär zahlt auch schon.“ Und dann, obwohl er an uns keinen Cent verdient hat, strahlt er zum Abschied: „Danke.“

(Flohmarkt auf dem Karlsplatz, Stuttgart-Mitte)

Eine Definition von …

„Wir haben ab Donnerstag Philosophie,“ sagt die Schülerin zur anderen.

„Was ist das?“

„Reli ohne Gott.“

**

„Du willst also sagen, dass, wer Philosophie betreibt, die Trauer wählt?“

Ich runzele die Stirn. Habe ich das wirklich gesagt? „Wenn jemand philosophiert, gibt er währenddessen die Freude auf“, mache ich einen zweiten Versuch, wie immer ein wenig beunruhigt, wenn ich sehr genau definieren muss.

„Dann betreibt er Philosophie auf die falsche Weise“, lacht sie mich aus.

Urschrei

„I sound my barbaric yawp over the roofs of the world“ (Walt Whitman). Ein herrlicher Tag, ein Sommertag, der als Muster für die Unendlichkeit dienen dürfte. Nur die weit verteilten Blutspritzer an der Kreuzung, neben der verschmierten, zerrissenen Normatüte, gemahnen daran, dass die Welt mehr ist als nur ein Schrei der Freude.