South Side of the Sky

Run with the fox into the wind
Onto the dawn of tomorrow

(Chris Squire/Alan White)

Das Tischchen mit der Schüssel Salat passt auf den schmalen Balkon. Ich passe nicht und sitze in der Küche, die Hand, die den Salat auf die Gabel bringt, ist auf dem Balkon, der Mund, zu dem sie sich bewegt, im Haus, sofern diese Grenzen wirklich Sinn machen, wenn eine Wand aufgeschoben ist, um den Himmel hereinzulassen. Mauersegler pflügen schrill durch die Wogen, bringen leichte Beute auf und hinter mir läuft „Nous sommes du soleil“, was zu diesem Tag passt, an dem die Luft endlich wieder glühte, aber einen ganz anderen Grund hat. Der Bassist dieser Band wurde auch von Freibeutern aufgebracht, sie hatten seine Blutzellen gekapert, vorgestern ist er ihnen erlegen. Jetzt höre ich diese Helden meiner Jugend rauf und runter. Um den Toten zu ehren und das Leben zu feiern. We are of the sun. Das Leben entbrennt im Sommer.

Es ist durch Zufall etwa die Stunde, in der der Musiker in seiner amerikanischen Wahlheimat beigesetzt wird, als wir zu den Klängen von „Heart of a Sunrise“ ein Glas auf Chris Squire erheben. Das fränkische Bier schmeckt, die Musik gefällt, auf der Haut schimmert noch die Hitze des Tages. Wenn wir je eine tribute band auf YES gründeten, frage ich, wie könnte ich mich am besten einbringen. Zur mächtigen Kirchenorgel in „Close to the Edge“ mit einem Ausdruckstanz, ist der Vorschlag. Gelächter schmückt die Gedanken an den Toten.

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