Ein lettisches Käsebrötchen fährt durch die Nacht

Mit weichem Ghee eingerieben und mit Kreuzkümmel, Kardamom und Kurkuma bestreut, wäre durchaus eine erotische Alternative zu irgendwelchen Schokoladenspielchen.

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Ein lettisches Käsebrötchen fährt dreimal durch die Nacht. So unterschiedlich können Übersetzungen sein, erklärt das Radio. Habe ich wirklich einen Unterschied zwischen erster und dritter Übertragung gehört? Auf dem Papier ein Knall, die Peitsche des Puppenspielers ein schwarzer Blitz. Und der Wagen, el carro del titiritero, rumpelt durch den Regen. Meine Reise heute: nur noch Träume. Woanders Trauer um Hund, Katze, Kindheitsheld. Das Haus ist still.

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Weichenstörung ist ein Wort, das die Gesichter beschattet. Das Phlegma wird zur Unruhe eines orientierungslosen Schwarms. Steige ich hier aus oder nicht? Was machen die anderen? Jemand löst sich, seine Tat reißt weitere mit, andere zögern länger, wieder stürzt jemand hinaus, eine Person aber herein, alle auf der Suche nach dem Glück der schnellsten Weiterfahrt. Ein Handy schlägt an, es klingt wie an der Rezeption des Krankenhauses in „Bloodlines“, regnerische Nacht über Santa Monica und du das Vampirküken auf deiner ersten oder zweiten Mission, gestern noch Mensch, heute ein Raubtier in einer plötzlich ganz anders gewordenen Welt.

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17 Gedanken zu „Ein lettisches Käsebrötchen fährt durch die Nacht

  1. „Mit weichem Ghee eingerieben und mit Kreuzkümmel, Kardamom und Kurkuma bestreut, wäre durchaus eine erotische Alternative zu irgendwelchen Schokoladenspielchen.“
    Sicher nicht, Kreuzkümmel, Kardamom und Kurkuma pieken oder reiben unangenehm (KÖRNER, ist wie Sand bei Sexonthebeach – und ich rede nicht vom Cocktail)

  2. Oh, wie wundervoll gesponnenes Traumgarn, nicht ohne Schaudern aber mit einem Hauch von Kardamom in der Luft…bitte mehr, mehr davon!

  3. Der exzellente Text springt beinah direkt in meine Weichenstellungen, allerdings erst nach mehrmaligem Erlesen. Nun gut, fantasiereich und doch heimelig häuslich. Jaha, die Delikatessen im Kopf!

    • Das ist schön, liebe Wildgans, dass die Sätze schlussendlich ihr Ziel gefunden haben. Danke sehr! Und auf bald auf Ihrem Blog! (Gerade bin ich etwas in der Versenkung verschwunden.)

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