11:51

Rotierende Alarmlichter fluten das Labor mit rotem Licht. Unerbittlich zählt der Bildschirm die Zeit herab. Steht die Digitalanzeige auf 00:00, wird das abgeriegelte Hochsicherheitslabor durch eine Thermalexplosion dekontaminiert werden. Rettung gibt es für das eingeschlossene Team nur eine: den Antivirus rechtzeitig zu entschlüsseln. Also fokussieren, fokussieren! Beinahe entfleucht den Fingern ein Reagenzglas mit einem unbekannten Erregerstamm. Meine Ohren sind heiß.

Es klingt erst einmal nicht nach einem Freizeitspaß: Menschen lassen sich in einen Raum einschließen, um unter Zeitdruck Aufgaben zu bewältigen, die sie dem rettenden Schlüssel näherbringen. Gut, deutsche Verordnungslust lässt es aus Brandschutzgründen – anders als etwa in Ungarn, wo die Escape Rooms vor zwei Jahren ihren Start in Europa genommen haben – sowieso nicht zu, Menschen einzuschließen. Also geht es in den Räumen von Exit Games darum, in einem Raum binnen 60 Minuten eine Mission zu erfüllen: Hinweise zu finden, logisch zu kombinieren, vielleicht auch einmal ein wenig Geschicklichkeit zu beweisen. Fünf Räume mit unterschiedlichen Szenarien bietet das Unternehmen in Stuttgart an – vom Wohnzimmerkrimi (wo hat die Tante nur ihr Testament versteckt?) bis zum Splatter-Horror. Von außen kann die Spielleitung – über Kamera immer den Raum im Blick – Hilfestellungen geben, wenn die Gruppe sich verrennt oder ideenlos ist. (Klar, das Unternehmen will ja schließlich auch glückliche Kunden haben: gefordert, aber erfolgreich.) Teamarbeit ist verlangt. Und es funktioniert: Jeder bringt irgendwann einen rettenden Gedanken ein.

Dann haben wir das Antivirus aktiviert. Die Alarmlichter erlöschen (nein, sie trieben uns nicht über die ganzen 50 Minuten hinweg in die Epilepsie), die Welt ist gerettet. Mit einem zufriedenen Lachen schälen wir uns aus unseren Laborkitteln. Die Uhr zeigt 11:51.

Mehr Infos unter http://exitgames-stuttgart.de/de/.
Erfahrungsberichte zu Escape Rooms deutschlandweit gibt es unter www.Escape-Game.org.

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8 Gedanken zu „11:51

  1. Ich habe schon mal nachgeschlagen, ob es das auch hier gibt, ja, gibt es. Und nun frage ich mich, wie ich die Kollegen dazu bringe, zum Betriebsausflug dorthin zu gehen …

      • Die sollen sich nicht zieren – das wird ein großer Spaß! Und sie haben nichts zu befürchten.

        (Ein noch intensiveres und nachhaltigeres Erlebnis schenkt eine gute Rollenspielrunde, das wissen wir beide. Wer diesen kleinen Schritt aus sich heraus nicht machen will, geschenkt. Bei einem Escape Room ist so was aber überhaupt nicht notwendig – braucht niemand Sorge zu haben.)

        Ich bin gespannt. 🙂

  2. Sowas will ich auch mal probieren… Wobei ein Freund das mal mit Geschäftspartnern machen musste, mit denen er auf persönlicher Ebene so gar nicht konnte – das war wohl nicht so toll. Diese ganzen Teambuilding-Maßnahmen brauchen wohl eine gewisse Grundkooperation, sonst enden sie wie das Spiel in Pratchett/Gaimans „Good Omens“ 😉

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