Und am Himmel hängt ein halber Mond

Der Mond, genau in der Mitte abgeschnitten, nein, abgerissen wie Papier an einem Falz, hängt lustlos am Himmel, so als gehörte er nicht wirklich dorthin. Es erfordert eine Anstrengung, Räumlichkeit in dieses Bild zu bekommen. Mit der Körperlichkeit, den Ausmaßen, der Entfernung kommt auch Gewicht – im zweifachen Sinne – in die Himmelserscheinung.

Das ist beruhigend, weil es echter wirkt (und nicht nur Kulisse ist). Aber merkwürdigerweise zugleich beunruhigender, weil der imaginierte Raum zwischen Himmelskörpern schwindeln lässt.

Lieber senkt sich der Blick, zu der weißen Laterne des Restaurants, unter der die Gäste ein- und ausgehen, Hunger oder Knoblauchduft im Gefolge.

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3 Gedanken zu „Und am Himmel hängt ein halber Mond

  1. Eine feine metafüsische BetrAchtung, mit Arno dem Schmidt zu reden.
    Gut dem, der dabei nicht irregeht im Kessel.
    Nachmitternächtliche Grüsse aus dem zurruhegehenden Bembelland

    (Brian Eno – Music for Airports [1978])

      • Oh, es war mir beileibe keine Mühe, lieber Zeilentiger. Im Gegenteil, ich begab mich anschliessend gedankenbeschwingt zur Ruhe…
        Leichtbedecktdochsommerlichwarme Grüsse aus dem fantastischen Bembelland

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