Pfandpflicht

IMAG0729Supermarktgefühl auf dem Friedhof: Der Ordnungswille hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Mir zumindest waren in diesem Jahr das erste Mal Pfandschlösser an Gießkannen aufgefallen. Wie hier auf dem Fangelsbachfriedhof im Stuttgarter Lehen, wo unter anderem ehrwürdige Herrschaften wie Immanuel Fichte (Philosoph und Herausgeber der Schriften seines Vaters Johann Gottlieb Fichte) oder August Friedrich von Pauly (alle Altertumswissenschaftler kennen ihren „Kleinen Pauly“) liegen. Also, nicht vergessen, auch zum Friedhofsbesuch künftig Kleingeld mitzubringen!

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39 Gedanken zu „Pfandpflicht

  1. Das Problem ist wahrscheinlich eher, daß mittlerweile auf Friedhöfen geklaut wird, was das Zeug hält, einschließlich Grabsteine. Zumindest in kleineren Gemeinden auf dem Lande ist das ein Riesenproblem.

  2. Vielleicht kann man für Grabsteine „Wegfahrsperren“ erfinden oder grelle Signaltöne bei fremden Fingerabdrücken.

  3. Nicht zu fassen. Andererseits, und das mag gerade in der westlichen Welt für die meisten ein ganz neuer Gedanke sein, mal wieder eine gute Gelegenheit, über unsere Grabkultur nachzudenken. In meinen Augen macht das teure Verbuddeln auf Zeit (denn nach 25 jahren muss ja der Vertrag verlängert werden, anderenfalls wird ausgebuddelt) sowie die aufwändige Grabpflege einfach keinen Sinn mehr. Wäre doch eine Überlegung wert, ob man diesen abstrusen Totenkult nicht einfach sein lässt. Dann brauchts auch keine Grabsteine, die geklaut (???wtf! ) werden. Entschuldige, ich weiß, das sehen viele anders.

    • Danke sehr für deinen Kommentar! Aus persönlicher Warte stimme ich dir zu. Jedenfalls sehe ich meine „letzte Ruhestätte“ nicht in einem Grab mit Erdbestattung, und der allgemeine Trend geht ja auch weg davon. (Ein befreundeter Friedhofsgärtner hat umgesattelt, weil die Zukunft seiner Branche düster sieht.) Allerdings werden andere Menschen es anders sehen und wer eine richtige Grablege will, bitte sehr. Und reizlos ist ja ein klassischer Friedhof – als begehbarer Ort – auch nicht.

  4. Foto gesehen – geschmunzelt /// Text gelesen – gedacht: O tempora, o mores.
    Mir gefällt der Kommentar von junaimnetz2013. Den Zustand unserer heutigen Memorialkultur kann man ablesen daran, dass auf Friedhöfen Gräber geschändet und bestohlen werden einerseits, auf der anderen Seite leistet man sich ein Museum für Sepulkralkultur in Kassel.

    Sonnigschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

    PS: Es ist mir angenehm, Ihrem feinen Blog zu folgen, Herr zeilentiger.

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