Sam Hawken, „Die toten Frauen von Juárez“

Hawken_9783608502121Kelly, ein heruntergekommener Boxer, flüchtet nach einem Fehltritt über die Grenze nach Mexiko, wo er sich in illegalen Arenen blutig prügeln lässt oder Kurierdienste für einen Kleindealer übernimmt. Kelly ist ein Verlorener in einer Stadt der Verlorenen – Ciudad Juárez, geprägt von Armut und Gringos auf Partygang, gebeutelt vom Drogenkrieg und den ‚feminicidios’, verschwundenen und ermordeten Frauen. Als schließlich auch Kellys mexikanische Freundin entführt und ermordet wird, bricht seine Welt völlig zusammen. Und der Einzige, der den Fall nicht mit Kellys Verhaftung ad acta legt, ist ein alter, einsamer Polizist: Sevilla, selbst Vater einer der „toten Frauen“, gräbt tiefer …

Ohne Frage ist dieses Erstlingswerk nicht frei von Schwächen: einzelne Sätze, die erklären statt zu erzählen; logische Fragwürdigkeiten in der Ermittlung; ein stellenweise schleppender Gang, wo Verdichtung angebracht wäre. Trotzdem gelingt Hawken über weite Strecken ein mit Herzblut geschriebener, intensiver und sinnenreicher Roman über Gerechtigkeit, der das Zeug dazu hat, verschlungen zu werden. Ein lesenswertes Debüt und weit mehr als ein Thriller.

Sam Hawken: Die toten Frauen von Juárez. Kriminalroman. Aus dem Englischen von Joachim Körber. (Originalausgabe 2011 unter dem Titel The Dead Women of Juárez). Gebunden mit Schutzumschlag. 316 Seiten. © Tropen-Verlag (Klett-Cotta), Stuttgart 2012.

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