Kalkutta – Ilija Trojanow und Anja Bohnhof, „Stadt der Bücher“

Aus europäischen und insbesondere verwöhnten deutschen Augen betrachtet, sind Bücher aus dem (und für den) indischen Markt von bescheidener materieller Qualität. Und mit Kalkutta verbinden unsere Vorurteile oft schlimmste Armut, einen Sumpf, der alles verschlingt und verdirbt. Und doch blüht in dieser indischen Metropole eine außergewöhnliche Buchkultur: „Rings um die College Street gibt es mehr als fünftausend Buchläden, ein Labyrinth aus Millionen von Büchern; die kleinen, bunten Kioske der Straßenhändler neben riesigen Gewölben mit Druckereien und Verlagshäusern“ (Klappentext).

Ilija Trojanow folgt in kurzen Texten Bücherboten und Papierschneidern, besucht Traditionsverlage der aufklärerischen „Bengal Renaissance“ und hochmoderne Druckereien mit Heidelberger Maschinen, berichtet von literarischen Cafés, in denen die Korrekturleser ihrer Arbeit nachgehen, und dem – nach den USA – zweitgrößten Markt englischsprachiger Literatur und staunt, als auf Anfrage ein Straßenbuchhändler binnen Minuten aus unüberschaubaren Stapeln von bedrucktem Papier eines seiner eigenen Bücher hervorzieht. Begleitet werden diese Streifzüge von den kräftigen, farbenfrohen Fotografien der kleinen Buchläden (leider nicht auch der anderen genannten Orte) der Fotografin Anja Bohnhof.

Ein sehr hübsches Büchlein über eine ganz andere, pulsierende Welt der Bücher.

Ilija Trojanow und Anja Bohnhof, Stadt der Bücher.
© 2012 LangenMüller

http://www.herbig.net/gesamtverzeichnis/bildbaende/einzelansicht/product//stadt-der-buecher.html

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2 Gedanken zu „Kalkutta – Ilija Trojanow und Anja Bohnhof, „Stadt der Bücher“

  1. Diese zeitraubende ,aber doch so interessante Blogwelt, fange gerade an, hier zu stöbern -:)))

    Da ich fast alle Bücher von Trojanow besitze, auch das von Ihnen empfohlene, ihn zudem schon zweimal live bei Lesungen erlebt habe ,weil mich seine Sicht der Welt fasziniert, er ist ein unbestechlicher Beobachter, sprüht vor Energie und Charme -:))) erlaube ich mir, Sie hier auf den „Weltensammler“ und unbedingt dazu „Nomade auf vier Kontinenten“ aufmerksam zu machen (vielleicht stehen sie ja auch schon längst in Ihrem Bücherregal) .
    Armchairtravelling mit ihm ist etwas für lange Winterabende, die bei der Fülle an schönem Lesestoff allein 24 Stunden haben müßten..

    jetzt zeilentigere ich weiter in Ihrem Blog…..

    • Ja, ein Zeitfresser, diese Blogs. 🙂 Umso mehr freut es mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben, hier zu stöbern. Dass jemand einen alten Blogbeitrag noch wahrnimmt, ist wunderbar – zu sehen. Den „Weltensammler“ habe ich mit Freude gelesen, den „Nomaden auf vier Kontinenten“ auch, ich bin nur verwirrt, beide Bücher nicht im Regal zu finden. Das ist ungewöhnlich, dass ich Bücher nicht finde. Wohin sie wohl gewandert sind?
      Herzliche Grüße!

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