„Here Comes the Sun“ – Ein Toskanaherbst

Toskana, Ende Oktober. Sonnenschein liegt über Raureif. Der Monte Amiata – gestern noch unter Schnee – ist heute kaum zu sehen, so sehr blendet der junge Tag. Dörfer thronen auf den Hügeln, unter ihrem Blick steigen wir hinab zwischen Olivenhainen, zum Landhaus Cerrete. Musik tönt. Unter dem steinernen Türsturz, geziert von einem rostigen Sichelblatt, senkt sich der Kopf. Im ersten Raum – ich glaube, er sollte einmal ein Wohnzimmer werden oder wird es einmal sein – stapeln sich Werkzeug und Kisten um Waschmaschine und Kühlschrank und ein krankes Kätzchen tollt umher. Steil geht es über abgewetzte Steinstufen empor in die Küche im ersten Stock. Die Jugend frühstückt. Der Ofen ist warm, frisch gebackene Semmeln locken auf dem Blech. Die Musik ist aus. Ein paar Schritte geht einer hinüber ins gegenüberliegende Zimmer, die Nadel senkt sich auf den Plattenspieler, es rauscht und knackt wie aus einer anderen Zeit und dann singen die Beatles durch das große Haus, über den buschigen Rosmarin, an der Zypresse vorbei und über die Olivenbäume hinweg: „Here Comes the Sun“. Und für einen Augenblick ist die Welt es wieder einmal – perfekt.

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