Strawinksy tanzte – Cannstatter Hinterhofkonzert

Wer zum Bad Cannstatter Hinterhofkonzert kommt, bringt seinen eigenen Stuhl mit, das ist eine alte Regel. Bei schönsten Sommerabendtemperaturen ging es im schmucken Hof des Verlags los, vorne aufgeregt die Kinder auf Decken, dahinter auf bunt gemischten Stühlen die Erwachsenen mit Bier und Wein und über allen die Mauersegler. Und schließlich die Gewitterwolken.

Donner untermalte die Musik, der Himmel wurde senfgelb, dann schwarz. Tapfer brachten die Geiger ihren Händel zu Ende, während schon die ersten warmen Tropfen auf die Instrumente klatschten. Und dann ging alles ganz schnell, der Wind schleuderte Blätter und Staub ins Gesicht, Gläser zerbrachen, der Regen rauschte herab, alle rannten und flüchteten – in den alten Pferdestall, in den Keller, ins Bücherlager.

Und während auf der Straße Kastanienbäume brachen und die Stadtbahn stoppten, wurde im Haus nach und nach alles ins erste Stockwerk verlegt (Klavier inklusive), das – glückliche Fügung – gerade leer stand. Und eine Stunde nach Gewitterausbruch ging das Konzert oben weiter, stehend, in dampfender Luft, halb improvisiert und gut gelaunt. Strawinsky tanzte.

http://newears.de/events/13-cannstatter-hinterhofkonzert/

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